Behandlungsspektrum

Knochentumoren

Wie auch bei allen anderen Tumoren des Menschen existieren für den Knochen sowohl gutartige als auch bösartige Varianten, die natürlich einer unterschiedlichen differenzierten Behandlung bedürfen. Da der Knochen aus verschieden Zellen bzw. Geweben besteht, sind hier die entsprechenden Tumoren in der Regel nach ihrem Ausgangsgewebe benannt (Knochenzellen-Osteoblastom/Osteosarkom, Chondrozyten-Enchondrom/Chondrosarkom), .

Als Hauptlokalisation für die Knochentumoren kann die kniegelenksnahe Region von Ober- und Unterschenkel angegeben werden.

Das Hauptmanifestationsalter von bösartigen Knochentumoren ist für das Osteosarkom und das Ewing-Sarkom das 5. bis 25.Lebensjahr, für das Chondrosarkom das 40. bis 60.Lebensjahr.

Für die weitaus häufigeren gutartigen Knochentumoren bzw. tumorähnlichen Veränderungen wie zum Beispiel die Exostose am Oberschenkelknochen, das Enchondrom am Finger oder die juvenile Knochenzyste des Oberarmknochens und das nicht ossifizierende Knochenfibrom stehen, wenn sie einer operativen Behandlung bedürfen, die Verfahren der alleinigen Resektion mit oder ohne Knochenersatz, die Kürretage mit oder ohne Knochenersatz, die Zementierung von Knochendefekten oder die Instillation von Medikamenten zur Verfügung. In der Regel lassen sich solche Knochenveränderungen damit ohne die Gefahr des Wiederauftretens zur Ausheilung bringen.

Für die bösartigen Knochentumoren, die sehr selten auftreten (Osteosarkom, Ewing-Tumoren, Chondrosarkom), gelten die onkologischen Behandlungskriterien wie für andere bösartige Tumoren auch. Dabei ist als Voraussetzung für eine Heilung die vollständige Tumorentfernung mit einer ausreichenden Schicht von gesundem umliegenden Gewebe anzusehen. Für solche Fälle kommen dann ausgedehnte Resektionen mit zusätzlichen Stabilisierungsmaßnahmen nach Knochentransplantationen zur Anwendung. Ebenso kann bei entsprechender Indikation der Defekt nach Resektion eines bösartigen Knochentumors mit einer speziellen Tumorendoprothese überbrückt werden. Gleichfalls lassen sich größere Knochendefekte nach Tumorresektion auch mittels spezieller Knochenverlängerung als Segmenttransport im Ilizarov-Ringfixateur behandeln.

Unter den heutigen Bedingungen ist man in der Lage, mit guten funktionellen Ergebnissen fast alle Extremitätenbereiche endoprothetisch zu ersetzen.

Als spezielle Indikation für ausgedehnte bösartige Tumoren im Bereich der unteren Extremität bei Kindern oder Jugendlichen kann die sogenannte Umkehrplastik angesehen werden.